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Duygu Özer
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Obentrautstr. 72
10963 Berlin
(030) 896 838 128

Nach wie vor existiert eine ganze Reihe an Vorurteilen und Skepsis zwischen Sicherheitsbehörden und muslimisch gelesene Personen. Die Gründe für dieses Lagebild sind vielfältig – häufig emotional und nicht selten bedingt durch ganz konkrete negative Erfahrungen auf beiden Seiten.

Wir möchten was aufbauen: Und zwar gegenseitiges Vertrauen. Das kann auf persönlicher Ebene aber nur gelingen, wenn Räume für Begegnung und Kennenlernen entstehen. Diese Räume sind das Fundament für einen nachhaltigen Vertrauensaufbau und können daher nur gemeinsam Hand in Hand errichtet werden.

Der Förderzeitraum erstreckt sich vom 01.01.2026 bis 31.12.2026

Hier finden Sie den Flyer zum Projekt.

„Starkes Fundament“ ist ein partizipatives Projekt der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), mit dem Ziel, das Vertrauen zwischen Polizei und muslimischen bzw. migrantisch gelesenen Communitys nachhaltig zu stärken. In den vergangenen Jahren wurden dafür Fokusgruppengespräche und vielfältige Begegnungsformate in mehreren Bundesländern umgesetzt. Das Besondere am Projekt ist der Partizipative Ansatz: Menschen aus migrantischen und muslimischen Organisationen können sich gemeinsam und auf Augenhöhe mit Personen aus Sicherheitsbehörden einbringen. Die Dialog- und Begegnungsformate sollen als ein Fundament für gegenseitiges Vertrauen dienen und eine langfristige institutionelle Verankerung bewirken.

Projektentwicklung:

2023- Entwicklungsphase
Im ersten Projektjahr wurden Fokusgruppengespräche in Frankfurt (Hessen), Hannover (Niedersachsen) und Stuttgart (Baden-Württemberg) durchgeführt. Ziel war es, regionale Bedarfe zu erfassen, Herausforderungen zu Bennen und Ideen für Begegnungsformate zu entwickeln.

2024 – Nachhaltig und strategisch
Die Ergebnisse der Fokusgruppen wurden in konkrete Begegnungsformate überführt und an drei Standorten umgesetzt. Erstmals kamen auch kreative Ansätze wie Theater- und Kunstworkshops zum Einsatz. Besondere Highlights waren eine Vernissage in Frankfurt, bei der Kinder und Jugendliche ihre Perspektiven auf die Polizei künstlerisch darstellten, sowie eine Moscheeführung in Stuttgart mit Polizei Azubis der IBA Biberach. Das Projekt wurde zudem um einen vierten Standort in Kiel erweitert.

2025 – Vertiefung und Wachstum
Mit der Aufnahme von München (Bayern) umfasst das Projekt erstmals fünf Bundesländer. Die Formate wurden weiterentwickelt und durch interaktive sowie kreative Elemente ergänzt.

Zusätzlich fand ein Fokusgruppengespräch auf Bundesebene statt. Inhaltich rückten zunehmend strukturelle Themen in den Fokus, darunter Racial Profiling, fehlende Diversität in Sicherheitsbehörde und eine mangelnde Fehlerkultur.

2026 – Bundesweite Verankerung
Das Projekt wird um zwei weitere Standorte erweitert: Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) und Erfurt (Thüringen). Mit Erfurt ist das Projekt erstmals auch in einem ostdeutschen Bundesland vertreten.

Neben Fokusgruppen und Begegnungsformaten liegt der Schwerpunkt auf dem Bundesweiten Wissenstransfer und der Entwicklung von Best-Practice-Ansätzen, die langfristig in Regelstrukturen verankert werden sollen.

Unsere Begegnungsformate

Für den nachhaltigen Aufbau von Vertrauen zwischen Sicherheitsbehörden und Menschen aus migrantischen oder muslimischen Communities, schaffen wir vielfältige Räume der Begegnung:

  • Stadt & Kultur: Interkulturelle Stadttouren, Vernissagen, Kunstworkshops
  • Kreative Begegnungsräume: Theater-Workshop, Graffiti-Workshop, Video- und Kunstprojekte
  • Dialog & Austausch: Dialogformate, Fachtagungen, kulinarischer Austausch
  • Erlebnisformate: Escape Rooms, Dienstführungen

Aktuelle Standorte:

Im aktuellen Projektjahr ist „Starkes Fundament“ an folgenden Standorten aktiv: Frankfurt (Hessen), Hannover (Niedersachen), Stuttgart (Baden-Württemberg), München (Bayern), Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) und Erfurt (Thüringen).

Das Projekt „Starkes Fundament“ setzt sich für Vertrauen zwischen Menschen aus migrantischen, insbesondere aus muslimischen Communitys und den Sicherheitsbehörden ein. Um diesem Ziel näher zu kommen, schaffen wir Räume, in denen Begegnung, Austausch und gegenseitiges Verständnis möglich wird. Dabei verfolgen wir einen bedarfsorientierten Ansatz, in dem Perspektive und Bedürfnisse erhoben und in Begegnungsformate überführt werden. Im Mittelpunkt des Projekts steht ein offener Dialog, in welchem Erfahrungen und Perspektiven und in einem respektvollen Austausch sichtbar gemacht werden können. Das Ziel dabei die Berührungsängste abzubauen, Verständnis zu fördern und eine Vernetzung aufzubauen.

Begegnungsformate im Jahr 2024 im Rahmen des Projekts „Starkes Fundament“: Einblick und Ausblick

Das partizipative Folgeprojekt „Starkes Fundament“ soll das Vertrauen zwischen Polizei und muslimisch gelesenen Menschen stärken. Dazu gab es im letzten Jahr drei Fokusgruppengespräche in den Bundesländern Hessen, Niedersachsen sowie Baden-Württemberg. In diesem Jahr wurden die bisherigen drei Standorte um einen weiteren in Kiel (Schleswig-Holstein) ergänzt. Ziel dieser Gespräche war es, Best-Practice Beispiele zu sammeln und Ideen für Begegnungsformate zu entwickeln. Das Besondere daran ist, dass dabei ein partizipativer Ansatz verfolgt wurde, in dem Menschen aus Sicherheitsbehörden sowie aus migrantischen und muslimischen Organisationen sich gemeinsam und auf Augenhöhe einbringen konnten. Die eigentliche Umsetzung der erarbeiteten Strategien sowie die Durchführung von (internen wie externen) Veranstaltungsreihen und Begegnungsformaten wurden in diese Jahr umgesetzt. Auch hier blieb der partizipative Ansatz bestehen. Im Jahr 2024 wurden dementsprechend eine Vielzahl von Begegnungsformaten durchgeführt, die auf den positiven Dialog zwischen der Polizei und migrantischen Communitys abzielen. Diese Formate zeigen nicht nur die Bedeutung dieser Interaktion, sondern verdeutlichen auch den wertvollen Mehrwert, den sie für die Zukunft unserer Gesellschaft bringen.

Übersicht der Veranstaltungen und Erkenntnisse

Schleswig-Holstein

Fokusgruppengespräch in Kiel, 30. März 2024
Der Austausch in Kiel verlief äußerst harmonisch und förderlich, wobei die Teilnehmenden ein starkes Interesse an Verbesserungsmöglichkeiten und einem gegenseitigen Verständnis zeigten. Die Anwendung der World-Café-Methode offenbarte, dass die Zusammenarbeit insgesamt positiv wahrgenommen wird, jedoch besteht der Bedarf, den Aufbau nachhaltiger Kontakte zwischen der Polizei und der Community in Zukunft weiter zu optimieren. Es wurde festgestellt, dass zur Stärkung der Beziehungen sowohl das Problembewusstsein als auch der Austausch unter den Beteiligten intensiviert werden müssen. Um diese Ziele zu erreichen, ist die Durchführung eines kontinuierlichen Folgeprojekts erforderlich.

Panel-Diskussion in Kiel, 8. Oktober 2024
In einer engagierten Diskussion wurden die Herausforderungen und Möglichkeiten nachhaltiger Begegnungsformate zwischen Polizei und migrantischer Community beleuchtet. Die Teilnehmenden betonten die Notwendigkeit, soziale Strukturen zu berücksichtigen und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren zu stärken, um einen langfristigen Dialog zu fördern. Die positiven Rückmeldungen unterstrichen den Wunsch nach einer offenen und kooperativen Gesellschaft.

Hessen

Kunstworkshop in Frankfurt, 21. Juni 2024
In Frankfurt lag der Fokus entsprechend des Standortsbedarfs auf migrantisch und muslimisch gelesenen Kindern und Jugendlichen. Wir haben dort eine innovative Kooperation mit der SeldArt-Kunstgalerie durchgeführt bei der die Teilnehmenden mit Hilfe von Kunst ihre Gedanken zum Thema Polizei verarbeitet haben. Die Vernissage, bei der die kreativen Arbeiten der Kinder und Jugendlichen präsentiert werden, wird im November sein und im Rahmen eines Austauschformats werden diese dann gemeinsam mit Vertreter*innen der Polizei analysiert, was eine Plattform für offene Gespräche und Verständnis schafft. Diese Initiative bietet eine hervorragende Gelegenheit für wertvolle Begegnungen und den Abbau von Vorurteilen.

Vernissage und Austauschraum am 14.11.2024
Im Rahmen einer Vernissage wurden Bilder von Kindern und Jugendlichen mit Migrationsgeschichte ausgestellt, die ihre Perspektiven auf die Polizei darstellten. Die Ausstellung und die anschließende Podiumsdiskussion regten zu intensiven Gesprächen an, förderten einen offenen Dialog und trugen dazu bei, Vorurteile abzubauen und Vertrauen zu stärken.

Die Kinder konnten direkt Fragen an Polizist*innen stellen, wodurch Themen rund um Ihre Ausrüstung, der teilweise problematische Umgang mit Demonstrationen (Stichwort: Versammlungsverbote) und die Prävention von Straftaten, auf anschauliche Weise behandelt werden konnten. Dieser Austausch ermöglichte es, Ängste und Vorurteile zu hinterfragen und half sowohl den Kindern, die Polizei aus einer neuen, positiveren Perspektive sehen zu können und vice versa. Formate wie diese verdeutlichen, wie wertvoll ein direkter Austausch zwischen Polizei und migrantischer Community sein kann.

Niedersachsen

Polizeiführung und Workshop in Hannover, 19. August 2024
Die Veranstaltung begann mit einer Führung durch die Polizeidirektion Hannover, gefolgt von einem interaktiven Workshop. In diesem Rahmen wurden Themen wie Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus erörtert. Durch den Austausch entstand ein Denkraum, der es den Teilnehmenden ermöglichte, eigene Perspektiven zu teilen und Empathie für die Erfahrungen anderer zu entwickeln. Die Polizeidirektion Hannover hat sich dem Ziel verschrieben, eine inklusive und respektvolle Gesellschaft zu fördern, indem sie Brücken zwischen unterschiedlichen Gemeinschaften schlägt.

Kulinarischer Austausch in Hannover, 3. September 2024
Ein sprachlicher und kulinarischer Austausch lenkte hier den Fokus auf die positiven Effekte kulturelle Vielfalt. Gemeinsame Essensrituale dienten als verbindendes Element und führten zu einem vertieften Verständnis für die Traditionen beider Kulturen. Die intensiven Themen und die Sichtbarmachung kultureller Unterschiede führten zu einem gemeinsamen Bestreben, Stereotype zu hinterfragen und zu reflektieren. Der Fokus lag auf dem Individuum, und die positive Mitwirkung der Teilnehmenden wurde als großer Erfolg gewertet. Insgesamt wurde umfassendes kulturelles Wissen vermittelt, was die Veranstaltung auf individueller Ebene zu einem wertvollen Schritt hin zu einem besseren Vertrauensverhältnis zwischen der Polizei und der migrantischen Community machte.

Escape-Room-Event in Hannover, 23. Oktober 2024
Das Escape-Room-Event bot eine unterhaltsame Plattform, um Barrieren abzubauen und Vertrauen zu fördern. Die niedrigschwellige Natur dieser Aktivität ermöglichte es den Teilnehmenden, in einem entspannten Rahmen direkt miteinander zu interagieren, was zu einem besseren Verständnis und einem offenen Dialog führte.

Baden-Württemberg

Theaterworkshop in Herrenberg, 24. Oktober 2024
Der Theaterworkshop stellte eine weitere Möglichkeit dar, um Vorurteile zu reflektieren und neue Perspektiven einzunehmen. Die kreative Interaktion in einem geschützten Raum förderte das Verständnis für die Herausforderungen und Chancen auf beiden Seiten und zeigte, wie wichtig es ist, in einem freundlichen und unterstützenden Umfeld zu kommunizieren.

Moscheeführung am 04.12.2024
Gemeinsam mit Polizeiauszubildenden der IBA Biberach besuchten wir die DITIB Merkez Moschee. Bei einem gemeinsamen Mittagsessen entstand eine offene Gesprächsatmosphäre. Anschließend führte Vorstandmitglied und Realschullehrer Esat Sentürk durch die Moschee und gab dabei Einblicke in den muslimischen Glauben und das Gemeindeleben. Das Format zeigte Wirkung, rund die Hälfte der Polizeischüler*innen hatte zuvor noch nie eine Moschee besucht, sie konnten nicht nur ihre Fragen zu Glauben und Kultur stellen, sondern auch ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen teilen, wodurch der Dialog auf Augenhöhe gefördert wird. Für die muslimische Community war es eine Gelegenheit, die Polizei nicht nur als Institution, sondern als respektvolle Lernende, die an einem Dialog interessiert sind kennenzulernen.

Ziele und positive Auswirkungen der Begegnungsformate
Die durchgeführten Veranstaltungen verfolgen mehrere wesentliche Ziele:

  • Fokus auf individueller Ebene: Förderung direkter, persönlicher Begegnungen zwischen Polizei und migrantischer Community.
  • Vertrauensaufbau: Stärkung des positiven Verhältnisses zwischen beiden Seiten.
  • Vorurteilsabbau: Reduzieren von Vorbehalten und Stereotypen durch direkte Interaktionen.
  • Empathie Förderung: Vertiefung des Verständnisses für die Herausforderungen und Erfahrungen beider Seiten.

Fazit und Ausblick
Die Erkenntnisse zeigen, dass solche Formate nicht nur dazu beitragen, Missverständnisse auszuräumen, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl fördern und langfristige Beziehungen aufbauen. Zudem unterstützen kreative Ansätze und partizipatorische Formate die Entstehung eines respektvollen Dialogs.

Begegnungsformate sind unerlässlich, um das Verständnis zwischen der Polizei und migrantischen Communities zu fördern. Sie schaffen nicht nur eine Basis für den Austausch von Erfahrungen und Sichtweisen, sondern tragen auch aktiv zur Entstehung eines respektvollen Miteinanders bei. Durch diese kontinuierlichen Interaktionen gewinnen die Teilnehmenden neue Perspektiven und lernen, als Individuen statt als Repräsentant*innen ganzer Gruppen wahrgenommen zu werden.

Dennoch müssen persönliche Begegnungen Hand in Hand mit strukturellen Reformen gehen, um die tief verwurzelten Herausforderungen, wie Rassismus und Diskriminierung innerhalb der Gesamtgesellschaft und somit auch in Sicherheitsbehörden, anzugehen. Der nachhaltige Erfolg dieser Initiativen erfordert sowohl individuelle als auch strukturelle Lösungen, um eine integrative und respektvolle Gesellschaft zu schaffen. Gemeinsam können wir Wege einschlagen, die zu einem faireren und gerechteren Miteinander führen.

Begegnungsformate im Jahr 2025 im Rahmen des Projekts
„Starkes Fundament 2.0: Change of Perspective – Demokratie trifft Kultur“ 

Einblick und Ausblick
Das partizipative Projekt „Starkes Fundament“ verfolgt das Ziel, Vertrauen zwischen Polizei und muslimisch bzw. migrantisch gelesenen Communities nachhaltig zu stärken. Dabei bildet ein partizipativer Ansatz die Grundlage für Begegnungen auf Augenhöhe und die Schaffung von Dialogräumen, in denen gegenseitige Erwartungen, Erfahrungen und Perspektiven offen ausgetauscht werden können. 

Nach der erfolgreichen Umsetzung in den Jahren 2023 und 2024 wurde das Projekt im Jahr 2025 weiter ausgebaut. Neben den bisherigen Standorten Baden-Württemberg, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein wurde erstmals Bayern (München) in das Projekt aufgenommen. Damit war „Starkes Fundament 2.0“ in insgesamt fünf Bundesländern aktiv. Ergänzend wurde eine bundesweite Perspektive im Rahmen der Abschlussveranstaltung in Berlin aufgegriffen. 

Im Jahr 2025 lag der Schwerpunkt verstärkt auf kreativen, dialogorientierten und reflexiven Formaten, die sowohl individuelle Begegnung als auch die Auseinandersetzung mit strukturellen Themen wie Rassismus, Racial Profiling, Fehlerkultur und demokratischer Verantwortung ermöglichten. Ziel war es, Vertrauen nicht nur situativ herzustellen, sondern langfristig zu festigen und Impulse für institutionelle Weiterentwicklungen zu setzen. 

 

Übersicht der Veranstaltungen und Erkenntnisse 

Bayern – München 

Fokusgruppengespräch, 14. Mai 2025
Im Werksviertel in München diskutierten Vertreter*innen der Polizei sowie muslimisch gelesene Organisationen über bestehende Begegnungsformate, Vertrauensverhältnisse und notwendige Weiterentwicklungen. Die Gespräche zeigten, dass Vertrauen dort wachsen kann, wo Begegnung langfristig, gleichberechtigt und transparent gestaltet ist, und dass strukturelle Themen wie Diversität und Fehlerkultur aktiv adressiert werden müssen. 

Interkulturelle Stadttour, 4. November 2025
Die interaktive Stadttour durch München verband Begegnung mit kultureller und historischer Reflexion. In gemischten Tandems aus Polizeibeamt*innen und Teilnehmenden aus der Community wurden zentrale Orte der Stadtgeschichte erkundet. Die niedrigschwellige Form ermöglichte persönlichen Austausch, den Abbau von Distanz und intensive Gespräche über Vielfalt, Zugehörigkeit und Perspektivwechsel. 

Baden-Württemberg – Stuttgart 

Dokumentartheater „And Now Hanau“, 20. Mai 2025
Vertreter*innen der Polizei Baden-Württemberg und Mitglieder muslimischer und/oder migrantischer Communities sahen gemeinsam das dokumentarische Theaterstück „And Now Hanau“. Es behandelt den rechtsextremistisch und rassistisch motivierten terroristischen Anschlag vom 19. Februar 2020 in Hanau, bei dem neun Menschen ermordet wurden, und thematisiert die langfristigen Folgen rassistischer Gewalt. Erst kürzlich ist mit Ibrahim Akkuş ein weiterer Betroffener an den Spätfolgen der Tat verstorben, was die anhaltende Tragweite dieser Gewalttat verdeutlicht. 

Das Stück verbindet biografische Perspektiven mit politischer Analyse und schafft einen Raum für eine reflektierte Auseinandersetzung mit Fragen von Erinnerungskultur, staatlicher Verantwortung und Versagen sowie institutionellen Herausforderungen. In der anschließenden Diskussion wurde die Bedeutung institutioneller Selbstreflexion betont sowie die Herausforderung thematisiert, unterschiedliche Wahrnehmungen von Sicherheit, Diskriminierung und Vertrauen konstruktiv miteinander ins Gespräch zu bringen. 

Dialog-Workshop, 9. Dezember 2025
Dieser Workshop widmete sich der Frage, wie Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Polizei und muslimisch gelesenen Vereinen verbessert werden kann. Interaktive Übungen regten zur Selbstreflexion und zum Perspektivwechsel an. Die Ergebnisse zeigten einen hohen Bedarf an regelmäßigen Begegnungen, klaren Ansprechpartner*innen und transparenter Kommunikation.  

Niedersachsen – Hannover 

Graffiti-Workshop, 5. Juni 2025
In Hannover bot ein kreativer Workshop einen Raum für künstlerischen Ausdruck und Dialog. Nach einer theoretischen Einführung in die politische Bedeutung von Graffiti arbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam an bildlichen Darstellungen zu Themen wie Zugehörigkeit, Wahrnehmung und Vertrauen. Der kreative Prozess eröffnete Gespräche über Erfahrungen mit Polizei und gesellschaftliche Zuschreibungen. Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines polizeiinternen Begegnungstags präsentiert und stießen auf positive Resonanz. 

Schleswig-Holstein – Kiel 

Escape-Room-Event und Workshop, 1. August 2025
In Kiel bot ein ganztägiges Format aus Escape-Room-Besuch und Workshopmethoden Raum für Begegnung, Reflexion und Austausch. Der Workshop thematisierte Identität, Repräsentation, Diskriminierung und institutionelle Strukturen. Die Diskussionen zeigten, dass kontinuierliche Bildungs- und Dialogangebote zentrale Voraussetzungen für den Aufbau von Vertrauen sind.  

Hessen – Frankfurt 

Fachtagung „Vertrauen, Teilhabe und Kooperation“, 13. Dezember 2025
Im stadtRAUMfrankfurt beschäftigten sich Polizeivertreter*innen, Expert*innen und Community-Engagierte mit Fragen, wie Vertrauen zwischen Sicherheitsbehörden und migrantisch gelesenen Communities gestärkt werden kann. Zwei Keynotes und eine Gruppenarbeit beleuchteten strukturelle sowie institutionelle Herausforderungen und praktische Handlungsperspektiven. Deutlich wurde, dass punktuelle Formate allein nicht ausreichen, sondern eine verbindliche, institutionelle Weiterentwicklung dringend notwendig ist. 

Abschlussveranstaltung, 24. November 2025 – Berlin
In den Räumen der Colonia Nova diskutierten Expert*innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Sicherheitsbehörden die Professionalisierung von Sicherheitsbehörden in pluralen Gesellschaften. Themenschwerpunkte waren Organisationskultur, mangelnde Fehlerkultur, antirassistische Bildungsarbeit und institutionelle Verantwortung. Die Veranstaltung fasste die Erfahrungen der regionalen Formate zusammen und formulierte Impulse für zukünftige Entwicklungen. 

Ziele und positive Auswirkungen der Begegnungsformate
Die Begegnungsformate im Jahr 2025 verfolgten mehrere wesentliche Ziele:
• Stärkung persönlicher Begegnungen zwischen Polizei und migrantisch geprägten Communities
• Aufbau und Festigung von Vertrauen durch dialogorientierte Formate
• Abbau von Vorurteilen und Stereotypen durch direkte Interaktion
• Förderung von Empathie und Perspektivwechsel
• Thematisierung struktureller und institutioneller Herausforderungen wie Racial Profiling, Diskriminierung und mangelnder Fehlerkultur 

Fazit und Ausblick
Die Formate des Jahres 2025 zeigen, dass Begegnung und Dialog einen essentiellen Beitrag zum Vertrauensaufbau leisten. Kreative und partizipative Ansätze ermöglichen nicht nur offene Gespräche, sondern tragen zur Entwicklung langfristiger Beziehungen und eines tieferen Verständnisses bei. 

Gleichzeitig wird deutlich, dass strukturelle und institutionelle Reformen, entsprechende Selbstreflexion und kontinuierliche Bildungsarbeit dringend notwendig sind, um Vertrauen dauerhaft zu verankern und eine Verbesserung herbeizuführen. Das Projekt „Starkes Fundament“ hat gezeigt, dass solche Räume wirken und dringend gebraucht werden. Der Ausblick richtet sich auf eine Verstetigung dieser Ansätze und auf die Schaffung systemischer Bedingungen, die kontinuierliche, diskriminierungssensible und demokratisch legitimierte Sicherheitskultur fördern. 

Projektförderer